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Blu Mare Novigrad

Ein Boutiquehotel, das nach Istrien schmeckt

11. Oktober 2026 · Alexandra Gorsche

Blu Mare Novigrad
© Blu Mare Novigrad

Meerblick vom Bett, Frühstück an der Adria, istrisches Olivenöl, Malvasia zum Sonnenuntergang und Dinner direkt am Wasser: Das Boutiquehotel Blu Mare in Novigrad verbindet 27 Zimmer und Suiten mit der Kulinarik und dem Lebensgefühl Istriens. Ein Hotelporträt über einen Ort, den man eigentlich gar nicht verlassen muss.

Es gibt Hotels, die vor allem Ausgangspunkt einer Reise sind. Man frühstückt, verlässt das Haus und kommt irgendwann am Abend zurück. Und dann gibt es jene Orte, bei denen man sich nach ein paar Stunden fragt: Warum sollte ich heute eigentlich noch irgendwo anders hin? Das Blu Mare in Novigrad gehört zur zweiten Kategorie. An der Südspitze der autofreien Altstadt-Halbinsel liegt das Boutiquehotel unmittelbar an der Adria, angelehnt an die mittelalterlichen Mauern der kleinen istrischen Küstenstadt. Davor: Wasser. Dahinter: die Gassen Novigrads. Und dazwischen gerade einmal 27 Zimmer und Suiten, ein Restaurant, eine Sunset Bar und erstaunlich viele Möglichkeiten, einen ganzen Urlaubstag zu verbringen, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Denn das eigentliche Konzept des Hauses erschließt sich nicht über einzelne Ausstattungsmerkmale. Es ist die Verbindung aus Lage, Ruhe, Kulinarik und Istrien, die funktioniert.

27-mal Meerblick

Bei der Zimmervergabe gibt es im Blu Mare zumindest eine Diskussion nicht: jene um den Meerblick. Alle 23 Mare-Zimmer und vier Suiten verfügen über Balkon und Blick auf die Adria. Große Fensterflächen holen das Wasser beinahe ins Zimmer, mediterrane Pastelltöne, Stoffe und ein zurückhaltend modernes Interieur lassen dem eigentlichen Star des Hauses genügend Raum: dem Panorama. Besonders am Abend versteht man, warum diese Lage so gut funktioniert. Novigrad ist für seine Sonnenuntergänge bekannt, im Blu Mare muss man dafür im besten Fall nicht einmal das Bett verlassen.

Das spektakulärste Beispiel dafür liegt ganz oben: Ein Lift führt direkt in die buchbare Owner-Suite im Penthouse. Auf 68 Quadratmetern treffen Wohn- und Essbereich mit Küchenzeile, Schlafzimmer und zwei Bäder auf eine große Glasfront. Das eigentliche Argument liegt allerdings draußen: die weitläufige Terrasse über dem Meer, die an ausgewählten Abenden auch zur Sunset-Pop-up-Bar wird. Luxus bedeutet hier weniger Opulenz als freie Sicht auf den Horizont.

Owner-Suite im Penthouse

© Blu Mare Novigrad

Owner-Suite im Penthouse

© Blu Mare Novigrad

Istrien beginnt schon beim Frühstück

Spannend wird das Blu Mare dort, wo das Hotel aufhört, nur Unterkunft zu sein. Der Tag kann mit Frühstück und Meerblick beginnen und wenige Stunden später mit einem Snack an der Sunset Bar weitergehen. Dazwischen liegen Adria, Ruhe und jene Produkte, die Istrien kulinarisch definieren. Dazu gehört unbedingt Olivenöl. Istrisches Olivenöl ist hier nicht bloß eine hübsche regionale Beigabe, sondern Teil der Genusskultur der Halbinsel. Ähnliches gilt für Wein. Gerade die weiße Malvasia Istriana gehört zu den Rebsorten, die man während eines Aufenthalts immer wieder im Glas entdecken kann. Damit erzählt das Hotel die Destination auch über den Geschmack.

Eine Halbinsel zwischen Adria, Wein und Trüffel

Istrien ist die größte Halbinsel der nördlichen Adria und erstreckt sich über Kroatien, Slowenien und einen kleinen italienischen Teil, wobei der weitaus größte Teil zu Kroatien gehört. Ihre kulinarische Identität ist entsprechend von verschiedenen Einflüssen geprägt. Mediterrane Leichtigkeit trifft auf eine lange Wein- und Olivenöltradition, Fisch und Meeresfrüchte auf Trüffel und Produkte aus dem Hinterland. Dazu kommen römische Geschichte, venezianische Spuren und italienisches Lebensgefühl. Gerade dieser Wechsel macht die Region interessant: Küste und Hinterland liegen kulinarisch näher beieinander, als es auf den ersten Blick scheint. Morgens Fischmarkt, mittags Olivenöl, am Nachmittag ein Glas Malvasia und am Abend Fuži mit Trüffel.  Und genau dieses Lebensgefühl findet sich auch im Blu Mare wieder.

Porporela: Istrien auf dem Teller

Ein wesentlicher Teil des Blu-Mare-Erlebnisses beginnt dort, wo viele Hotelporträts gewöhnlich enden: beim Essen. Mit dem Restaurant & Sunset Bar Porporela besitzt das Haus ein kulinarisches Konzept, das nicht wie ein Zusatz zum Hotel wirkt, sondern die Destination Istrien weitererzählt. Auf der Karte treffen Fisch und mediterrane Produkte auf regionale Klassiker: etwa Wolfsbarsch-Carpaccio mit Limette und Ingwer, istrische Fuži mit Trüffel und Malvasia-Reduktion oder eine 24 Stunden gegarte Aubergine mit Bulgur, Kichererbsen und Paprika-Lack. Verantwortlich dafür ist Küchenchef Daniel Engelhardt, der nach Jahren in der deutschen Spitzengastronomie heute eine moderne Interpretation der istrischen Küche entwickelt.

Wer mehr über seine Küchenphilosophie, kroatischen Trüffel, wilden Spargel und die Frage erfahren möchte, was er aus der Sternegastronomie mitgenommen und bewusst zurückgelassen hat, findet auf GENUSSPUNKT das ausführliche Interview mit Daniel Engelhardt.

Restaurant & Sunset Bar Porporela

© Blu Mare Novigrad

Frühstück

© Blu Mare Novigrad

Erst Sundowner, dann Dinner

Besonders gut funktioniert der Übergang vom Tag in den Abend. Die Sunset Bar öffnet täglich ab 14 Uhr. Cocktails und unkomplizierte Snacks wie Focaccia begleiten den Nachmittag und natürlich wieder der Blick aufs Meer. Ab 18 Uhr übernimmt an den Restauranttagen die Küche des Porporela. So muss aus dem Sundowner kein Ortswechsel werden: Man bleibt einfach sitzen, bestellt noch ein Glas und lässt den Nachmittag langsam ins Dinner übergehen. Das klingt banal, ist aber im Hospitality-Kontext nicht unwesentlich. Denn guter Luxus bedeutet zunehmend auch, Reibung aus einer Reise zu nehmen. Nicht jede schöne Erfahrung braucht eine Reservierung, einen Transfer und den nächsten Programmpunkt. Manchmal genügt es, sitzen zu bleiben.

Istrien im Glas

Besonders konsequent wird der regionale Gedanke auf der Weinkarte weitergeführt. Mit Produzenten wie Fakin, Kozlović, Kabola und Roxanich liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf Istrien und Kroatien. Ergänzt wird die Auswahl durch Positionen aus Italien und Slowenien sowie internationale Champagnerhäuser. Damit lässt sich die Region nicht nur essen, sondern auch trinken: vom Aperitif über unterschiedliche Interpretationen istrischer Weine bis zum Dessertwein. Gerade für Gäste, die Istrien kulinarisch kennenlernen möchten, ist das ein Mehrwert. Eine gute regionale Weinkarte ist schließlich weit mehr als Getränkebegleitung, sie kann eine Landschaft übersetzen.

Vom Frühstück bis zum letzten Glas

Es ist für uns ein Highlight: Morgens mit Blick auf die Adria zu frühstücken. Danach ans Meer gehen oder einfach bleiben. Später einen Snack bestellen, istrisches Olivenöl probieren, einen Kaffee trinken. Am Nachmittag beginnt die Sunset Bar, irgendwann steht das erste Glas Malvasia auf dem Tisch. Und am Abend wird aus dem Platz am Meer ein Dinner im Porporela. Frühstück, Meer, Snack, Sundowner, istrischer Wein und Restaurant, ohne das Hotel verlassen zu müssen. Das ist keine spektakuläre Neuerfindung der Hotellerie. Aber es ist erstaunlich selten, dass all diese Teile so selbstverständlich ineinandergreifen.

Sunset Bar

© Blu Mare Novigrad

Restaurant & Sunset Bar Porporela

© Blu Mare Novigrad

Sunset Bar

© Blu Mare Novigrad

Und wenn man doch hinauswill?

Das Blu Mare liegt in der autofreien Altstadt. Vor der Tür beginnen Gassen, historische Mauern, kleine Plätze und das Meer. Gerade die Überschaubarkeit der Stadt ist Teil ihres Charmes: Novigrad muss nicht mit einer langen Sightseeing-Liste abgearbeitet werden. Man kann sich treiben lassen und später wieder ans Wasser zurückkehren. Auch die Anreise ist entsprechend organisiert: Das Auto bleibt außerhalb der Fußgängerzone auf den vorgesehenen Parkmöglichkeiten stehen, von dort werden Gäste per Golfcart-Shuttle zum Hotel gebracht. Ein kleines Detail, das spätestens bei der Abreise fast symbolisch wirkt: Noch einmal durch die autofreie Altstadt, noch einmal Meer, bevor der Alltag wieder beginnt.

Rückzug, Arbeit oder das ganze Haus

Wer zwischen all dem Genuss tatsächlich noch mehr Programm braucht, findet im Blu Mare Sauna, Dampfbad und Treatments. Für Business-Aufenthalte steht ein technisch ausgestatteter Seminarraum zur Verfügung. Interessant ist außerdem die Möglichkeit, das gesamte Boutiquehotel exklusiv für Hochzeiten oder private Veranstaltungen zu nutzen. Mit lediglich 27 Zimmern bekommt der Gedanke des Buy-outs eine andere Qualität: Aus einem Hotel kann für ein Wochenende tatsächlich ein privater Ort am Meer werden.

GENUSSPUNKT Fazit

Das Blu Mare ist kein klassisches Resort. 27 Zimmer und Suiten, 27-mal Meerblick, eine autofreie Altstadt vor der Tür und die Adria praktisch vor dem Bett. Dazu kommt mit dem Porporela ein Restaurant, das Istriens Küche modern interpretiert. Für uns ist das die schönste Form, eine Destination zu erleben: nicht möglichst viele Punkte einer Liste abzuhaken, sondern irgendwann mit einem Glas istrischem Wein am Meer zu sitzen und festzustellen, dass man gerade überhaupt nirgendwo anders sein möchte.

GENUSSPUNKT CHECK | Blu Mare Novigrad

Destination: Novigrad, Istrien, Kroatien
Konzept: Boutiquehotel direkt an der Adria
Zimmer: 23 Mare-Zimmer + 4 Suiten
Besonderheit: Alle Zimmer und Suiten mit Balkon und Meerblick
Highlight: buchbare Owner-Suite/Penthouse mit großer Terrasse und direktem Liftzugang
Kulinarik: Restaurant & Sunset Bar Porporela

Küchenchef: Daniel Engelhardt
Wein: Schwerpunkt Istrien und Kroatien, u. a. Fakin, Kozlović, Kabola und Roxanich
Wellness: Sauna, Dampfbad und Treatments
Business: Seminarraum
Events: exklusiver Buy-out für Hochzeiten und Veranstaltungen möglich
Lage: autofreie Altstadt-Halbinsel von Novigrad; Parkmöglichkeit außerhalb mit Golfcart-Shuttle

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